One Of These Days

Senara’s (entspannte) Meckerecke

Freiheit, du hast mich wieder

Diese Geschichte ist so unglaublich, daß ich sie ohne Probleme hier rein schreiben kann ohne mich schämen zu müssen. Denn glauben wird es eh keiner… Außer den Leuten, die mich wirklich kennen. Also, auf geht’s, mein Tag am Dienstag:

Als die Frau im Bus zusammengebrochen ist und ich panisch Plan B mit meinem Fahrgemeinschaftskollegen am Telefon durchsprechen mußte, hätte mir schon klar sein müssen daß ich besser wieder nach Hause gefahren wäre. Plan B funktionierte aber erstaunlich gut („Bleib wo du bist, ich hol dich ab!“) und wir kamen noch pünktlich zur Arbeit und selbige gestaltete sich auch erstaunlich friedfertig. Niemand der was zu meckern hatte oder sonst irgendetwas das einem den Tag vermiesen könnte. Ergo hielt ich an der eigentlichen Tagesplanung fest und traf mich kurz vor sechs mit Sonja am Hbf um ne Kleinigkeit zu essen und dann zu einem Treffen der Medica Mondial zu fahren, das in Duisburg stattfinden sollte. Die kleine Gruppe (wir fangen gerade erst an) traf sich in der Praxis einer der Initiatorinnen. So weit kein Problem, bis ich zur Toilette mußte, was ja eh mein Steckenpferd ist. Das Klo befand sich eine Etage tiefer und hatte einen separaten Schlüssel. Mit diesem machte ich mich auf eine, wie ich noch nicht wußte, aufregende Reise. Eine Etage tiefer angekommen steuerte ich zielstrebig auf die Tür zu, die mir als sinnvoll erschien (eine einfache Holztür, deren Schloß auf den ersten Blick zu dem Schlüssel zu passen schien) . Ich versuchte die Tür aufzuschließen, scheiterte aber. Bevor man den Schlüssel abbricht überdenkt man im Allgemeinen die Alternativen. Da war noch eine zweite, eine Glastür, die offen war. Vielleicht verbarg sich dahinter ja noch eine Holztür. Voller Harn Tatendrang betrat ich das Dunkel, das hinter der Tür lag und suchte einen Lichtschalter. Nur um festzustellen daß dieser nicht funktionierte. Das machte mich stutzig. Mittlerweile hatten meine Augen sich an die Sichtverhältnisse angepaßt und eine Erkenntnis traf mich hart: Ich befand mich in einer leer stehenden Wohnung. Soweit kein Grund zur Panik. Ich hatte nichts kaputt gemacht und keiner hatte mich gesehen. Also schnell wieder raus und nochmal mein Glück an der Holztüre versuchen. Denkste. Folgendes Szenario: Ich stehe, immer noch in der Wohnung, vor der Glastüre und greife nach der Klinke. Ins Leere. Keine Klinke. Ich versuche an der Tür zu ziehen. Nichts tut sich. Ich kichere hysterisch. Rappel nochmals an der Türe. Immer noch nichts. Ich kichere wieder, diesmal weil ich mir meinen Blick vorzustellen versuche. Und die Blicke der anderen, wenn sie um halb neun, also wenn das Treffen vorbei sein sollte, die Treppe runter kamen und mich hinter der Glastür fanden. Die Wartezeit vertrieb ich mir mit Plänen zur alternativen Flucht aus meinem Gefängnis. Aus dem Fenster klettern war unmöglich, da ich mich in der 2. Etage befand. Scheibe einschlagen würde nur Verletzungen bringen und empfand ich als unnötige Zerstörung. Ich könnte auch auf einen Schlüsseldienst warten. Nach ca. 10 bis 15 Minuten kam Sonja die Treppe runter und fand mich fröhlich winkend hinter der Glasscheibe sitzend. Für ein Foto von ihrem Blick würde ich auch zahlen. „Was tust du da?“ „Sitzen.“ „Ja, das seh ich. Aber warum?!“ „Ich komm hier nicht mehr raus…“ Ungläubiges Schweigen. Dann Rappeln an der Tür. „Wie hast du denn DAS geschafft? Ach egal, ich geh mal fragen ob die noch nen Schlüssel haben.“ „Okay, ich warte hier…“ Die Praxisbesitzerin kam runter. „Was machst du denn da? Das ist doch nicht das Klo!!!“ „Ach?“ Dann großes Berratschlagen. Wie sollte man mich da raus bekommen. Natürlich hatte sie keinen Schlüssel zu der Wohnung. Der Hausmeister wurde angerufen, aber er hatte schon Feierabend und wohnte in Oberhausen, was Grund genug für ihn war, mich hinter der Tür versauern zu lassen. Angeblich hatte jemand anderes im Haus einen Schlüssel für die Wohnung. Da es sich um ein Ärztehaus handelte, war dieser Jemand aber natürlich auch nicht mehr da… Der Hausmeister wurde wieder angerufen und sein Lösungsvorschlag war, die Scheibe einzuschlagen. Ungläubige Blicke von unserer Seite. Einen Schlüsseldienst würde die Versicherung nicht bezahlen, also sollten wir doch bitte gefälligst endlich die Scheibe einschlagen. Bevor wir uns zu dieser Tat durchrangen streunte ich durch die Wohnung auf der Suche nach einer Klinke. Ich fand ne Menge Türen, mit vielen Klinken, aber keine wollte sich von der zugehörigen Tür lösen. Auch einen Notausgang hab ich gefunden. Dieser war verschlossen. Für einen Notausgang immer ne praktische Sache… Mittlerweile hatte die Heilpraktikerin und Psychologin einen Hammer aus ihrer Praxis geholt. Mit diesem schlug sie, nachdem ich mich in Sicherheit bringen sollte, voller Kraft auf die Scheibe ein. Der Erfolg war ein kleiner Kratzer. Hysterisches Kichern aller Anwesenden… Um es kurz zu machen. Die Damen wechselten sich mit der Hämmerei ab und nach einer halben Stunde hatten sie das Sicherheitsglas endlich so weit durch, daß ich in den Hausflur kriechen konnte. Tja, was soll ich sagen. Medica Mondial hilft wirklich Frauen in Not. Ich werde mir allerdings ein weiteres Treffen angucken müssen um entscheiden zu können, ob ich da mitmachen will oder nicht.

Und für die Herren meiner Leserschaft: Jetzt wißt ihr endlich, warum Frauen immer zu Zweit auf’s Klo gehen…

Advertisements

1 Kommentar»

  Neue Klo-Anekdote « One Of These Days wrote @

[…] 23 März, 2010 um 2:02 pm · Gespeichert unter Alltäglicher Wahnsinn Ja, es wird wieder ein wenig privat, aber die Situation war einfach zu komisch. Wenn auch weniger dramatisch als mein letzter Beitrag zu dem Thema. […]


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: