One Of These Days

Senara’s (entspannte) Meckerecke

Archiv für Oktober, 2008

Neugierige Nachbarn…

… oder besser: Der spionierende Hausmeister

Ja, er ist zurück. Wobei stimmt nicht, diesmal geht es um den „echten“ Hausmeister. Der, dem eigentlich alles egal war. Zumindest bis er noch einen Stellvertreter hatte. Ratet mal! Heute hat er mich angesprochen ob der süße Spike mein Hund wäre. Der Herr S. (ja, genau DER Herr S.) würde das gerne wissen. Ich hab ziemlich blöd aus der Wäsche geguckt, denn der Herr S. ist höchstens ein Mal die Woche in Essen und dann hockt er brav in seinem Büro um Mieter und potentielle Mieter zu bewirten. Der hatte nicht mal die Zeit sich die Wohnung mit mir anzugucken. Der hat mir damals den Schlüssel in die Hand gedrückt und mich alleine los geschickt. Was jetzt nicht das Schlechteste ist, aber zurück zum Thema. Ich frage also: „Herr S. ?!? Woher weiß der denn davon?!?!“ Da sagt der Hausmeister: „Das ist ihm zugetragen worden.“ Angeblich schon von mehreren. Nee, is klar. Der einzige der mich bis dato regelmäßig mit dem Hund gesehen hat ist der Hausmeister selber. Und die Bauarbeiter, aber die wird das wohl kaum interessieren. Leider fiel mir das erst hinterher ein, aber sei’s drum. Ich habe ihn dann nur noch gebeten keine Panik zu bekommen, der Hund sei nur zu Besuch, das könne er dem Herrn S. beruhigt zutragen… Den Rest des Spaziergangs habe ich mich bemüht mich nicht aufzuregen. Immerhin macht der Mann ja nur seinen Job… Wo kämen wir auch da hin, wenn sich jeder einfach eine kleine Fußhupe zulegen würde, ohne das zu melden?! Wohnbau-Anarchie, das geht ja gar nicht!!! Jetzt tut sich für mich nur noch die Frage auf, ob der gute Hausmeister wenigstens eine Gefahrenzulage für seine Spionage-Einsätze bekommt… Und wie ich den irischen Wolfshund zum Gassi gehen raus geschmuggelt bekomme…

Tierpension Senara

Ja, es ist soweit. Der asphaltliebende Schönwetter-Hund ist wieder da. Auch bekannt als Spike, der Killerköter oder Spike, die Kampfmaschine. Heute hat er einen Hund „angegriffen“ der ungefähr 3 Mal so groß war und 6 Mal so viel Fell hatte. Okay, das mit der Größe ist jetzt nicht schwer, aber egal, das soll auch nicht das Thema sein. Diesmal hat Spike Freunde mitgebracht. Naja, so ganz stimmt das nicht. Eigentlich waren Titus und Bohne (ihres Zeichens Kanarienvögel) schon 3 Tage eher hier. Ich habe sie für zwei Wochen aufgenommen nachdem mein Ex-Freund, dem ich die beiden nach unserer Trennung aus purer Güte überlassen hab, Urlaub in Kanada macht.

Dementsprechend chaotisch geht es hier jedenfalls zu. Ich warte nur noch drauf daß meine Nachbarin anschellt und mich bittet auf ihren Sohn aufzupassen. Nicht daß ich ihn als Tier bezeichnen würde, um Himmels willen, aber er würde dem Geräuschpegel hier den letzten Schliff geben. Wir fassen also zusammen: Bagger ab sieben, was zu bellendem Hund drei Sekunden nach sieben führt, halbe Stunde Ruhe in der Spike und ich wieder schlafen (natürlich nicht in einem Bett *hüstel*), Vogelsingen ab ca. acht Uhr. Ausgerechnet an dem Tag ihres Einzugs bei mir haben sie wieder angefangen… Nee Robert, is klar… Bellen des Hundes weil die Nachbarn zur Arbeit müssen. Halbschlaf bis zehn, dann wieder Bellen weil der Postbote klingelt und zum krönenden Abschluß der Preßlufthammer ab halb elf…

Die Anwesenheit der Tiere bringt mich übrigens wieder auf ein paar interessante Fragen bzw. zu einigen Feststellungen:

  1. Der Hund bringt tatsächlich Regen!
  2. Wieso macht der einen Bogen um das nasse Laub? Böse Erinnerungen an die Wiese?
  3. Warum hebt er das Bein, wenn er gar nicht mehr muß?
  4. Warum sitzt die Bohne auf der obersten Stange, wo sie doch weiß daß ihr Gleichgewichtssinn für den A… ist?
  5. Der Hund ist verwöhnt!

Letzteres möchte ich nochmals ausführen (im Gegensatz zum Hund, den ich ja tragen muß…) Seit gestern Abend, Spikes Ankunft, befindet sich in seinem Napf ein toll riechendes Rinderragout mit Gemüse und Nudeln (ja, Hundefutter wird auch immer exotischer). Selbiges hat er kaum angerührt. Erst jetzt, nachdem ich ihm Lamm und Kaninchen Pâté (!!!) drunter gemischt hab frißt er das… Notiz an meine Mutter: Kein Hundefutter mehr mit Nudeln kaufen!!! Das was er letztes Mal hier verschmäht hat, war auch mit Nudeln. Aber meine Paprika-Ecken von Pfanny, die mag er. Nicht daß ich die teilen würde…

Urlaub!!!

Yay, zwei Wochen pure Entspannung… Naja… Oder auch nicht. Es ist mehr wie ein… Abenteuerurlaub. Morgens um sieben wird man vom Bagger geweckt. Und ab halb acht wird der Preßlufthammer eingeschaltet. Gegen halb elf hat mich das monotone Geräusch in eine tanceartige Meditation geschickt. Ich hab völlig unfokussiert auf den Baum vor meinem Schlafzimmerfenster gestarrt, der sich im Takt zum Preßlufthammer im Wind wand. Nur das plötzliche Auftauchen der Baggerkralle im Bild hat mich zurück in die Gegenwart geholt. Gerade noch rechtzeitig um mich für meinen Zwölf-Uhr-Termin umzuziehen. Auch eine grandiose Sache übrigens: für jeden Kleidungswechsel das Zimmer wechseln zu müssen. Wobei, was heißt müssen?! Ich könnte den Bauarbeitern auch einfach eine kleine Show liefern und so nebenbei etwas verdienen… Die passende Beleuchtung haben die ja schließlich auch schon bei. Orangefarbenes Blinklicht. Paßt auch so schön zu meinem Schlafzimmer… Erwähnte ich schon daß die Bauarbeiten bis Februar dauern sollen?! Und daß man uns ganze 3 Tage vor dem Start informiert hat?! Nicht?! Ja, so war es aber. Naja, zurück zum Thema. Mit dem zusätzlichen Geld könnte ich mir vielleicht auch regelmäßig so eine Aroma-Massage leisten, die ich mir nächste Woche gönne. Ein bißchen Entspannung sollte ich doch finden in 2 Wochen *den Optimismus-Schalter umlegt*

Der unnatürlichste Hund aller Zeiten

… oder meinetwegen der stadtlichste Stadthund… unfassbar, ehrlich. Da denkt man sich als gute Hundemami: hey, du hast den Hund hier, du hast ein Auto zur Verfügung, fahr doch mal Richtung Wald und Wiesen. Gedacht, getan. Und wenn ich schon mal die Chance habe in Wäldern rumzustreuen, dann gehe ich auch gerne mal abseits der Wege. Das erinnert mich unter anderem an meine Kindheit, wo ich mich auch häufig in Büschen und Sträuchern aufgehalten habe. Aber zurück zum Thema. Wir sind also gerade auf einem schönen Trampelpfad etwas abseits vom eigentlichen Weg, der schon mit ein paar kleinen Baumstämmen überlagert ist. Da kommt schon die erste Schwächeattacke von Spike. Aber so gerade eben kann er über die Stämme rüber hopsen. Versteht das nicht falsch. Diese Dinger waren gerade mal so dick wie mein Unterarm und dieser Hund kann aus dem Stand auf meine Couch springen. Nur zur Erinnerung. Wie dem auch sei, der Pfad wird immer schmaler und verwucherter. Genauso wie ich es mag. Da plötzlich winselt etwas hinter mir. Da hat sich der vertrottelte Hund in einem Stachelbeerenstrauch verfangen. Nix schlimmes, das Zeug bürstet ihn quasi nur, aber das war schon zu viel. Natürlich hab ich ihn sanft los gemacht und weiter gings. Die treue Seele… Plötzlich fanden wir uns auf einer großen Wiese wieder, am anderen Ende ein bestelltes Maisfeld. Da hab ich den Kleinen mal von der Leine gelassen. Jeder normale Hund wäre wie ein wilder rumgetollt. Zehn Meter hat die Fußhupe geschafft. Dann haben ihn Disteln und Brennesseln heimtückisch umzingelt. Ist ne fiese Sache, geb ich zu. Ich wollte ihn aus diesem Bereich schnell raus lotsen, aber was macht er?! Bleibt im Unkraut stehen. Und heult. Ich denk, na komm, lock ihn mal mit Fressen. Nee, war nicht. Der hat gebellt und gemacht und getan, aber sich keinen Zentimeter aus dem Zeug raus bewegt. Was tut die gute Hundemami da? Richtig, sie geht zurück und trägt das Stinktier raus. An einer anderen Stelle sind wir dann zurück in den Wald. Ich über und unter Stacheldraht und Maschendraht durch. Hab ich geheult deswegen? Nein. Naja, wir mußten wieder durch Gestrüpp. Oder… weniger Gestrüpp als abgebrochene Zweige und Äste auf dem Boden. Alles total easy eigentlich, aber hat der Kleine da einen (Balance)Akt draus gemacht… Unfaßbar. Aber tapfer geschlagen hat er sich da 😀 Hab ihn auch kräftig gelobt für das Balancieren. Sah sehr elegant aus *kichert* Jedenfalls steht jetzt fest: jeder manikürte Königspudel wird sich im Wald wohler fühlen als dieser batteriebetriebende Asphalt-Liebhaber… Und ich dachte schon ich wäre die letzten Jahre zu ner Stadtpflanze mutiert, aber da bin ich ja noch ein totales Naturkind gegen 😀 Aber weil Spiky so tapfer war darf er gleich auf der Couch mit kuscheln und die Simpsons gucken. Und mit etwas Glück bekommt er ein Stück Lasagne. Und ich werd mir für die nächste Tour schonmal ein Kamerateam ordern…

Dämonen sind Geister, die nur auf der Erde vorkommen

Ihr denkt gerade: Wtf?! Ja, das dachte ich auch. Ich glaub ich muß hier weg. Denn der Satz, den ich als Titel gewählt habe ist ein Gesprächsfetzen, den ich auf dem Weg zu „meinem“ Plus aufgeschnappt habe. Des weiteren hingen in dem Plus dann nur Penner rum, die ihr Pfand loswerden und gegen neue Flüssignahrung tauschen wollten. Und ein „netter“ multinationaler Mitmensch drängte 2 Afrikaner an der Kasse beiseite, weil die Pfirsiche, die er gekauft hatte angeblich keine 1,49€ kosten sondern nur 1,39€. Kein: Entschuldigen Sie bitte, könnte da ein Fehler vorliegen?! Nein, nur: Ey, hier, is falsch. Und ich wundere mich immer, warum der Kassierer, der mich nun seit 2 Jahren bedient nicht ein einziges Mal ein Lächeln zustande bringt. Wie auch immer, der Hammer kommt noch: der hat die Pfirsiche wegen der 10 Cent tatsächlich stornieren lassen!!! Und dann sagt er noch: Was is mit mein Kassenbon? Nicht: Könnte ich bitte den Bon trotzdem haben?! Aber es tut gut zu sehen, daß ich nicht die Einzige bin, die sich mit sowas rumschlagen muß. Trotzdem muß ich hier weg. Wenn die Tendenz so weiter geht bin ich in 3 Jahren die Einzige hier in der Gegend, die sich 1. noch vernünftig arktikulieren kann und 2. dabei dann auch noch höflich ist. Für alle die auf Wohnungssuche sind: meidet Holsterhausen!!!

Hundemami für 7 Tage

… und die tausend Fragen, die sich dadurch für mich ergeben. Aber erst mal zur Vorgeschichte: Meine Mama macht Kurzurlaub oder so was und ich habe die Ehre mich um den kleinen Spike zu kümmern.

Isser nicht goldig?! Wie kann man da „nein“ sagen *seufzt* Ich hätte fast die Arbeit geschwänzt, weil er mich morgens immer mit seinen riiiiieeeesengroßen, braunen Augen anguckt, als wollte er sagen: Wie? Du läßt mich allein?!?! Ernsthaft, es ist total schwierig. Patienten haben mich angesprochen, warum ich diese Woche so traurig gucken würde. Und jedes Mal war ich kurz vorher in Gedanken bei dem kleinen Stinker. Wenigstens weiß ich jetzt, daß es wohl ganz gut ist, daß ich keinen eigenen Hund habe, da ich seltsame Veränderungen an mir und der Umwelt beobachte, sobald ich die Verantwortung für so einen kleinen Schatz trage. Womit wir auch bei meinen tausend Fragen wären.

  1. die wichtigste aller Fragen: Warum, zum Teufel, fängt es immer dann an zu regnen, wenn ich mit Spike raus will?!?!?!
  2. Warum werde ich zum Weichei, wenn ich mit dem Kleinen allein bin?! Sobald andere dabei sind bin ich konsequent. Nein, der Hund darf nicht auf die Couch, der schläft nicht bei mir im Bett und nein, der bekommt auch nichts vom Tisch solange die Erwachsenen noch essen. Das geht alles super. Aber kaum sind wir beide allein… *sniff* diese Augen!!! Ich sollte mich eh auf mein Essen konzentrieren, bloß nicht runter gucken…
  3. Wie kann ein Hund fauler sein, als ich?!?! Ich dachte mir: wenn ich eh schon früher aufstehen muß, um Gassi zu gehen, dann kann ich das auch gleich mit Sport verbinden. Ich wollte also Joggen. Und wer trottet da 50m weiter hinten an der langen Leine völlig unmotiviert hinterher?! Richtig… Aber Hauptsache toben wollen, wenn wir wieder zu Hause sind *Kopf schüttelt*
  4. Wie kann ein erwachsener Mann einen kleinen Hund anraunzen, nur weil es ein bißchen regnet und stürmt?! So geschehen, gestern. Da kam uns ein „Herr“ entgegen, bepackt mit 2 Aldi-Tüten und irrem Blick. Noch 10 Meter entfernt, brüllt der plötzlich los: Hau bloß ab da. Dem hätte ich zugetraut daß er nach dem Hund tritt. Zum Glück ist nichts passiert, außer daß ich zurück gebrüllt hab: Schönen Tag noch Sie Arschloch. Daraus ergibt sich:
  5. Warum werde ich zur Furie sobald jemand was gegen meinen Hund sagt?
  6. Woher kommt dieses „mein Hund“?! Ich meine natürlich, den Hund meiner Mutter *hüstel*
  7. Wie kann es sein, daß er seit gestern morgen nichts mehr gefressen hat, aber trotzdem bei jedem Gassi gehen ein Geschäft erledigt?! Der muß doch schon komplett leer sein *staunt*
  8. Warum haben alle Bösewichte Katzen, wo so ein kleines Fellknäuel wesentlich effektiver ist?! *Szene einblendet* „Smith, wo haben Sie den Zugangscode versteckt?“ Smith lacht. „Das wirst du nie rausfinden du Schurke. Die Welt ist gerettet. NIEMAND weiß wo der Code ist, außer mir. Und ICH werde dir gar nichts verraten. Nur zu, schieß doch!“ Der Schurke unterdrückt einen Wutanfall. Dann erinnert er sich an seine Geheimwaffe, die treu neben seinen Knöcheln sitzt und auf Befehle wartet. Er grinst. „Spike, du weißt was du zu tun hast!“ Vorsichtig kriecht der kleine Hund hinter dem Schreibtisch hervor, hockt sich direkt vor Smith und schaut ihn an. Dieser hält nur wenige Minuten durch. „Nein, warte, ich verrate es dir. Nur mach daß er wieder glücklich aussieht,“ schluchzt der Top-Spion… *Szene blendet aus*