One Of These Days

Senara’s (entspannte) Meckerecke

Archiv für Februar, 2009

Geburtstage und ihre Bedeutung

Ist jemandem was aufgefallen? Na? Dieser Blog hat nun schon 3 meiner Geburtstage mit erlebt und ich habe bisher eigentlich jedes Mal und auch so zwischendurch über das älter werden sowie meine Mid-Life-Crisis lamentiert. Dieses Jahr ist das komplett ausgefallen. Jedenfalls online. Die Krise war aber trotzdem da. Juvi und ich haben beschlossen daß wir rückwärts zählen, somit bin ich also stolze 24 geworden *strahlt* Aber das wollte ich gar nicht loswerden. Mir geht es eher darum, daß ich die Krisenstimmung dieses Jahr genutzt habe um ein wenig zu reflektieren. Speziell weil mich fast jeder fragt ob ich denn feiern würde. Was übrigens nicht der Fall war und auch nicht sein wird bis zu meinem 30. Zum Glück ist der noch mindestens 10 Jahre nicht fällig. Aber ich drifte wieder ab. Jedenfalls habe ich mich dann wiederum gefragt: warum feiert man eigentlich seinen Geburtstag? Also, warum ist man selber der Organisator? Ich meine, man selber hat doch in dem Sinne nichts zu feiern. Gut, man ist da. Und man freut sich grundsätzlich auch darüber denke ich. Aber es ist ja nun mal nicht so, daß man großartig gefragt worden ist, ob man denn jetzt geboren werden möchte. Geschweige denn hat man irgend etwas großartiges zu seiner Geburt beigetragen und damit einen Grund etwas zu feiern. Meine ehemalige Gynäkologie-Lehrerin würde jetzt wahrscheinlich etwas anderes behaupten, schließlich ist so ein Geburtsvorgang für die Babies totaler Streß, weil anstrengend. Aber was ist dann eigentlich mit Kindern die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind? Haben die dann überhaupt das Recht ihren Geburtstag zu feiern, wo die doch quasi aus dem Bauch raus geschnitten werden, während wir uns durch diesen engen Kanal pressen lassen müssen?! Was ich jetzt damit sagen möchte ist einfach nur folgendes: eigentlich läßt man doch nur feiern und braucht selber doch gar nicht bei der Feier anwesend sein. Schließlich sind es die anderen die sich freuen daß es einen auf die Erde verschlagen hat. Und man selber feiert nur, weil sich die anderen so darüber freuen daß es einen gibt. Das finde ich eine schöne Vorstellung. An dieser Stelle also einen herzlichen Dank an alle, die mich angerufen, mir getextet und emails geschrieben haben. Ich habe mich sehr gefreut daß ihr alle an mich gedacht habt. Und vor allem daß nicht ein einziger die böse Zahl erwähnt hat, die ich nun mit mir herum trage… Denkt dran 24!!! *hust*

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Rheinische Gelassenheit?!

Ich war die Tage in Köln. Genauer gesagt letzte Woche Donnerstag. Und es hatte nichts, ich betone NICHTS mit Karneval zu tun. Ich stand jedenfalls nach 1 1/2 Stunden Fahrt (diverse Male um den Blog äh… Block kreisen mit inbegriffen. So viel zum Thema: wir haben eigene Parkplätze…) vor meinem Ziel, dem RheinPalais. Dort gibt es keine einfache Klingelanlage, wie man sie sonst so als Otto Normalbürger kennt. Dort gibt es ein kleines Display und drei Knöpfe. Einen zum runter scrollen, einen zum hoch scrollen und einen dessen aufgemalte Glocke darauf schließen läßt, daß durch ihn geklingelt wird. Quasi die Enter-Taste 😀 Ich scrollte also fröhlich nach der Firma meines Begehrs und klingelte. So weit so gut, alles kein Problem. Das Display zeigte „Firma xy wird gerufen“ und parallel dazu richtete sich eine Kamera auf mich. Um meine Überlegenheit gegenüber der Technik zu zeigen hab ich mich umgedreht und mir das Rheinufer angeguckt. Naja, eigentlich wollte ich nicht daß die am anderen Ende sehen wie ich völlig fasziniert von der Technik die ganze Zeit in die Kamera glotze. Aber egal. Ich hab mich dann mal wieder, völlig unbeeindruckt natürlich, Richtung Keypad und Kamera gedreht um den Fortschritt meines Klingelversuchs festzustellen. Die Firma wurde immer noch gerufen. Und während ich mich gerade wieder dem Rheinufer zuwenden will erschrecke ich mich zu Tode. Pouff, steht da plötzlich ein Mann neben mir. Dem gelben Lieferwagen nach, der ebenso plötzlich auf der Straße aufgetaucht ist wie dieser Typ an meiner Seite, handelt es sich um einen Postboten oder ähnliches. Den Drang zu schreien kann ich gerade noch unterdrücken, da quatscht der mich an: „Tudet dat nisch?“ Heißt übersetzt übrigens nicht: „klingelt das nicht?“ auch wenn es in diesem Zusammenhang passen würde. Aber das nur nebenbei. Bevor ich antworten kann hämmert er wie bescheuert auf den drei Tasten rum, ohne daß sich der Displaytext oder die Kamera davon beeindrucken lassen würde. „Do müsse Se schonne poor Mol drop drücke damitet datut.“ Zum Glück verdeckt er mein Gesicht komplett, sonst hätte sich der Mensch am anderen Ende der Kamera erst Mal von einem Lachflash erholen müssen. Nach diversen Tastendrücken meldet sich endlich eine freundliche Damenstimme. Ich beuge mich vorsichtig über die Schulter des Postboten und erkläre zögerlich wer ich bin und daß ich einen Termin habe. Dabei starrt mich dieser Kerl die ganze Zeit an als erwartet er ein Danke. Glücklicherweise kann ich aufgrund meines Jobs erwartungsvolle Blicke gut ausblenden. Als dann jedenfalls die Tür für MICH(!!!!) aufgehen sollte zwängt sich dieses seltsame Männlein doch vor mir rein und wettert dabei weiter auf kölsch wie man mit der Technik so umzugehen hätte und überhaupt und so. Zu dem Zeitpunkt hab ich dann auch mal wieder zu mir gefunden und meinte nur, das hätte er ganz super gemacht, ich würde dann jetzt mal hoch gehen und erklären warum irgendso ein Irrer 50 Mal geklingelt hat.

Was soll ich dazu noch sagen?! Die Menschen sind wirklich überall bescheuert!!!! Gewidmet ist diese Geschichte übrigens meinem Papa. Verzäll do mir nochens wat üvver „Rheinische Gelassenheit“ 😉